Alzheimer - und dann?

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Immer neu anfangen müssen

24. März 2006

An der Schwelle eines neuen Jahres stellen Zeitungen gern die Frage nach den guten Vorsätzen. Der eine will das Rauchen aufhören. Ein anderer will sich öfter sportlich betätigen und ein Dritter will mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen. Auch ein neuer Lebensabschnitt (Umzug, Heirat, Wechsel des Arbeitsplatzes) ist oft mit guten Vorsätzen gepflastert, die angeblich den kürzesten Weg in die Hölle bedeuten.

Neu anfangen können wird als Chance begriffen. Man hat die Wahl, ob man so weitermachen will wie bisher oder ob man etwas Neues versucht, neue Weichenstellungen vornimmt.

Bei einem an Demenz erkrankten Menschen ist das anders. Er muß dauernd neu anfangen, ob er will oder nicht. Weil ihm das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr oder nur selten zr Verfügung steht, kann er sich an vor zwei Stunden, die letzten Tage, Wochen oder gar Monate nicht erinnern.

Als Mama nach einer Woche im Krankenhaus wieder ins Heim zurückkam, war alles wieder neu für sie. Die acht Monate, die sie bereits hier gelebt hatte, schienen wie ausgelöscht. Bei einigen Pflegepersonen – denen, die sie am liebsten mag – wusste sie, dass sie die kennt, aber woher? Die Umgebung schien ihr ganz neu. Wo ist hier die Toilette? Wie ist das mit dem Essen, Einkaufen und allem anderen? Das kostet unendlich viel Kraft und birgt viel Angstpotential in sich. Deshalb sind Rituale und immer gleiche Abläufe so wichtig, denn sie verleihen Sicherheit.

Immer neu anfangen müssen kostet viel Kraft. Deshalb ist es kein Wunder, dass selbst die Alzheimer-Patienten, die nicht viel herumlaufen, mehr als 3000 Kalorien am Tag verbrauchen.

Es erinnert mich an den Mythos des Sisyphos. Ihm wurde von den Göttern als Strafe auferlegt, dass er einen Stein auf die Spitze eines Berges rollen musste. Nur: Dieser Stein rollte immer wieder herunter und Sisyphos musste wieder ganz von vorne anfangen.
24.3.06 08:30
 
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